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Hitler kommt an die Macht
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Hitler kommt an die Macht

Nach der Entlassung Hitlers aus dem Gefängnis nahm er Abstand vom Putschgedanken und strebte die Machtübernahme auf legalem Weg an, d.h., er wollte die Mehrheit im Parlament gewinnen.

Die NSDAP veranstaltete viele Kundgebungen, um Anhänger zu gewinnen. Die uniformierte, militärische Sturmabteilung (SA) - eine Unterorganisation der NSDAP - zeigte sich verstärkt in der Öffentlichkeit. Parteimitglieder und SA zogen offensiv mit Blaskapellen, Marschmusik und laut geschmetterten Liedern durch die Ortschaften. Kundgebungen wurden mit Fackelzügen inszeniert. Die in der Nacht leuchtenden Marschkolonnen sahen nach Abenteuer und Glanz aus. Junge, zwischen 17 und 25 Jahre alte Männer stellten sich in den braunen Uniformen gerne zur Schau. Das Braunhemd vermittelte ihnen das Gefühl von Zugehörigkeit und Stolz, sie hatten dadurch den Eindruck, ein wenig besser zu sein als andere. In Aktionen bemalten sie nachts Hauswände mit Parolen oder brachten Transparente an. Oft prügelten sie sich mit ihren politischen Gegern, Argumente wurden dabei nicht lange ausgetauscht. Obwohl die Partei offensichtlich demokratiefeindlich war, stieg die Zahl ihrer Anhänger kontinuierlich.

Kein Vertrauen mehr in die Demokratie

1929, im Geburtsjahr von Anne Frank, brach in New York die Börse zusammen. Weltweit geriet die Wirtschaft in eine große Instabilität. Auch Deutschland verfiel dadurch in eine tiefe wirtschaftliche Krise. Banken schlossen, und Firmen gingen Bankrott. Bis 1933 stieg innerhalb sehr kurzer Zeit die Zahl der Arbeitslosen von ungefär 1 Mio. auf 6,1 Mio. Die materielle Not erzeugte in der Bevölkerung eine Stimmung der Verzweiflung. Die staatliche Arbeitslosenversicherung reichte nicht aus, um alle Menschen zu versorgen. Reichkanzler und Reichspräsident nutzten die Krise für ihre politischen Interessen aus. Sie griffen auf Notverordnungen zurück und regierten in immer größerem Maße ohne parlamentarische Zustimmung. Kein Debattieren mehr, keine Kompromisse. Die Bürger waren aber nicht nur in finanzielle Not geraten, sondern verloren auch zunehmend das Vertrauen in die Politiker und in den Parlamentarismus. Das Modell Demokratie hatte für die meisten an Überzeugungskraft verloren. Hitler und die NSDAP boten sich in dieser Situation als 'Retter' an.

Hitler wird Kanzler

Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident Hindenburg Adolf Hitler zum Kanzler einer Koalitionsregierung von NSDAP und DNVP (Deutschnationale Volkspartei). Die Nationalsozialisten wollten aber mehr, nämlich alleine regieren. Zwei Tage nach der Ernennung wurde das Parlament aufgelöst und für den 5. März Neuwahlen ausgeschrieben. Ein Ereignis begünstigte den Weg zur Macht besonders: Am 27. Februar brannte das Reichstagsgebäude in Berlin ab. Hitler behauptete, es seien die Kommunisten gewesen. Die Regierung erließ eine Notverordnung 'zum Schutz von Volk und Staat' zur Abwehr von Staatsfeinden. Alle freiheitlichen Grundrechte wurden dadurch abgeschafft. Jeder, der auch nur die NSDAP infrage stellte, konnte verhaftet werden. Der Terror begann.
Urheberrechte:
Fotos: www.Lehrer-Online.de
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Rückblick
Heute: 19. September 2018
Damals: 15. September 1935

Hitlers Regierung erlässt Rassengesetze. Jüdische Bürger in Deutschland haben nun weniger Rechte. Eheschließungen zwischen Juden und Nichtjuden sind verboten.

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