Home
Alle Themen
Themenbereich
1. Republik
Thema
Der "Anschluss"
Dokumente
Die Abstimmung die zu spät kam
Abschied des Bundeskanzlers
"Anschluss"
Propaganda
Die Grenzbalken gehen auf
Seyss-Inquart
Jubelstimmung
Zitat
Politischer Witz
Druckversion
Österreich gibt auf – Der „Anschluss“

Der österreichische Wunsch nach dem Anschluss an das Deutsche Reich hatte nicht unbedingt etwas mit Hitler und den Nationalsozialisten zu tun. Nach dem Ersten Weltkrieg war es eine ganz logische Überlegung alle deutschsprachigen Gebiete (Österreich und Deutschland) zu einem Staat zu vereinigen. Viele ÖsterreicherInnen aus den verschiedensten Parteien sahen darin den Ausweg aus der schweren Notlage der Nachkriegszeit. Die Alliierten verboten aber zweimal, 1919 und 1931 den Zusammenschluss von Österreich und Deutschland.

Österreich „überhitlern“

Die österreichische Regierung erkannte wohl den Wunsch vieler ÖstereicherInnen nach dem Zusammenschluss mit Deutschland. Der wirtschaftliche Aufschwung war sehr verlockend und viele ÖsterreicherInnen hätten auch für die NSDAP gestimmt, wenn es Wahlen gegeben hätte. Die österreichische Regierung versuchte deshalb, Hitlers System ein wenig zu kopieren und Österreich mit ähnlichen Methoden zu regieren. In Deutschland betrachteten die Nationalsozialisten interessiert die eigenartige Politik Österreichs. 1937 schrieb Hermann Göring, dass Österreich ...

„... in der eigenen Staatsstruktur genau alles dem deutschen Nationalsozialismus nachmacht, das heißt die gleichen Formen findet, die gleichen Organisationen, die gleichen Ausdrücke, die gleichen Satzungen, die gleichen Methoden nur mit umgekehrten Vorzeichen (...) man brauche in Österreich nur statt des Kruckenkreuzes das Hakenkreuz zu setzen und statt des Wortes vaterländisch nationalsozialistisch, so wäre in Österreich das lebendige Spiegelbild von Deutschland vorhanden.“ (zitiert nach Ernst Hanisch: Der lange Schatten des Staates. 1994, S.314)

Damit konnte man aber weder die Hitleranhänger noch die Hitlergegner für sich gewinnen. Ganz im Gegenteil wurde mit der österreichischen Diktatur der Weg zum endgültigen Anschluss nur vorbereitet denn mit der Nachahmung von Hitlers Politik bekämpfte man alle Menschen Österreichs, die sich Hitler hätten entgegenstellen können.

Schuschnigg gibt die Führung aus der Hand

Nach der Ermordung von Bundeskanzler Dollfuß wurde Kurt Schuschnigg neuer östereichischer Bundeskanzler. Er schaffte es noch viel weniger als sein Vorgänger Dollfuß, Hitler die Stirn zu bieten. Hitler zwang die österreichische Regierung 1936 zu mehr Zusammenarbeit und erreichte sogar das Verbot der Heimwehren. Als er aber sah, dass die österreichische Regierung nicht aufgeben wollte, verlor er die Geduld. 1938 lud er Bundeskanzler Schuschnigg zu sich nach Berchtesgaden/Deutschland vor und trug ihm auf, den Nationalsozialisten Arthur Seyss-Inquart zum Innenminister zu ernennen. Schuschnigg gab nach und damit war die Befehlsgewalt über die österreichische Polizei in Händen der Nationalsozialisten. In der Hoffnung, das Rad der Zeit noch zurückdrehen zu können, ordnete Schuschnigg eine Volksabstimmung an, in der die ÖsterreicherInnen selbst bestimmen sollten, wen sie in der Regierung haben wollen. Hitler jedoch, der diese Abstimmung wohl verloren hätte, dachte gar nicht daran, auf den Ausgang der Abstimmung zu warten und befahl Schuschnigg sofort zurückzutreten.

Das schmähliche Ende Österreichs

Während in den Jahren zuvor die Vaterländische Front noch „Rot-Weiß-Rot bis in den Tod“ gerufen hatte, und mit so genannten Volksverrätern scharf ins Gericht ging, war nun im Angesicht des drohenden Einmarsches Hitlers aller Heldenmut verschwunden. Bundeskanzler Schuschnigg trat am Abend des 11. März 1938 widerstandslos zurück und auch Bundespräsident Miklas ernannte nach nur kurzem Zögern den nationalsozialistischen Innenminister Arthur Seyss-Inquart zum neuen Bundeskanzler. Polizei und Bundesheer wurde der Befehl erteilt, dem deutschen Einmarsch keinen Widerstand entgegenzusetzen. Wenige Stunden später überschritten deutsche Wehrmachtseinheiten die Österreichische Grenze. Der Anschluss an Hitlerdeutschland hatte begonnen.
Urheberrechte:
Foto: USHMM in Anfrage
WebGuide
Tag der Geschichte
Heute: 10. Dezember 2018
Damals: 10. Dezember 1948

Die 51 Länder der Vereinten Nationen nehmen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte an.

Die Zeitleiste ansehen