Home
Alle Themen
Themenbereich
1. Republik
Thema
Man bewaffnet sich und marschiert
Dokumente
Heimwehren
Schutzbund
Statistik
Druckversion
Man bewaffnet sich und marschiert

Die Politiker der linken und rechten Parteien konnten ihren Streit nicht durch sachliche Gespräche lösen. Um ihre Gegner einzuschüchtern, bezahlten die Parteien paramilitärische, also bewaffnete, Kampfgruppen. Diese Organisationen marschierten wöchentlich durch die Straßen und schrien ihre politischen Parolen. Durch ihr aggressives Auftreten provozierten sie laufend Schlägereien und sogar Schießereien, die oft blutig endeten.

Die beiden großen Organisationen waren auf der einen Seite die Heimwehren und auf der anderen Seite der Schutzbund. Die beiden Kampfgruppen bezeichneten sich selbst als Beschützer ihrer Parteien, verbreiteten in Österreich aber vor allem Angst und Unsicherheit.

Die Heimwehren

Die paramilitärische Organisation der Christlichsozialen Partei waren die sog. Heimwehren. Im „Korneuburger Eid“ (1930) lehnten sie die parlamentarische Demokratie ab und wollten in Österreich eine Ein-Parteien-Diktatur errichten. 1931 begann der Bundesführer der österreichischen Heimwehren Walter Pfrimer in der Steiermark mit 14.000 Kämpfern den Aufstand, um die Demokratie zu stürzen. Da ihn aber die Heimwehren der anderen Bundesländer nicht unterstützten und auch die Regierung in Wien die Demokratie noch nicht abschaffen wollte, brach Pfrimer schon nach 20 Stunden den Aufstand ab und flüchtete ins Ausland. Pfrimer wurde für seinen Aufstand nie verurteilt und schloss sich später der NSDAP an.

Der Schutzbund

Die paramilitärische Organisation der Sozialdemokratischen Partei war der Republikanische Schutzbund. Genauso wie die Heimwehren bestand er aus bewaffneten und uniformierten Männern, die zur Anwendung von Gewalt als politischem Mittel bereit waren. Obwohl sich der Schutzbund als Verteidiger der demokratischen Republik sah, drohte auch er damit, eine Diktatur zu errichten, wenn die rechte Regierung die Republik zerstören würde. Als die christlichsoziale Regierung 1933 die Republik zerstört hatte, war der Schutzbund jedoch nicht mehr in der Lage, sich dagegen wehren zu können. Gegen die Heimwehren, Polizei und das Bundesheer, war er im Bürgerkrieg 1934 chancenlos.
Urheberrechte:
Foto: Public Domain
WebGuide
Anmelden
Tag der Geschichte
Heute: 9. September 2010
Damals: 8. September 1943

Italien kapituliert bedingungslos.

Die Zeitleiste ansehen
Expo
E-Cards
BG/BRG Wien XXI 'Bertha von Suttner'  Impressum  ©  Anne Frank Stichting