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Kampf um Österreich
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Kampf um Österreich

Nach dem 1. Weltkrieg zerbrach die Österreichisch-Ungarische Monarchie in mehrere Einzelstaaten. Ein Teil der deutschsprachigen Gebiete wurde dabei zur Republik Österreich. Der letzte Kaiser wurde ausgewiesen und in Wien die demokratische Republik ausgerufen.

Die neue Regierung hatte dabei mit vielen Problemen zu kämpfen, denn nach dem verlorenen Weltkrieg herrschten in ganz Österreich Hunger und Not. In Wien lebten zehntausende Flüchtlinge aus den ehemaligen Kronländern in Elendsvierteln. Lebensmittel waren knapp und wurden durch die Geldentwertung beinahe unbezahlbar und so kam es auch laufend zu Streiks in allen Teilen des Landes.

Ein Jahr gemeinsam für Österreich

Die zwei größten politischen Parteien Österreichs waren die Christlichsoziale und die Sozialdemokratische Partei. Im ersten Jahr der jungen Republik regierten sie gemeinsam und versuchten die Notlage der armen Bevölkerung zu lindern. Neue Gesetze zu Arbeitszeit, Arbeitnehmerinnenschutz und sozialem Wohnbau verbesserten die Lage vieler tausender ÖsterreicherInnen. Diese Neuerungen kosteten allerdings auch viel Geld. An der Frage wie man dieses Geld auftreiben sollte, zerbrach die österreichische Regierung schon nach etwas mehr als einem Jahr.

Misstrauen zwischen den Parteien

In den Wahlen von 1920 gewannen die Christlichsozialen, die von jetzt an alleine oder in Koalition mit den Großdeutschen und dem Landbund die Regierung in Österreich führten. Ihr wichtigstes Ziel war es die nach dem 1. Weltkrieg schnell steigende Geldentwertung (Inflation) in Österreich zu bremsen. Dazu mussten sie nicht nur Geld aus dem Ausland leihen, sondern auch die eigenen Staatsausgaben kürzen. Dies geschah, wie vor allem die Sozialdemokratische Partei heftig kritisierte, durch Sparmaßnahmen im sozialen Bereich. Lohnkürzungen und Entlassungen standen an der Tagesordnung. Während es den Christlichsozialen zwar gelang die Geldentwertung zu stoppen, kam es auf der anderen Seite aber zu hoher Arbeitslosigkeit und dadurch Armut bei den ArbeiterInnen.

Aus Misstrauen wird Hass

Die beiden großen Parteien beschuldigten sich gegenseitig, an der schlechten Lage in Österreich Schuld zu sein. Anstatt aber Kompromisse zu finden, verhärteten sich die entgegengesetzten Positionen. In unzähligen politischen Veranstaltungen, Flugblättern und Zeitungsartikeln versuchte man, die Gegner als lebensbedrohliche Gefahr für Österreich darzustellen. Die Stimme derer die zu Versöhnung und Frieden mahnten, verhallte ungehört.

Der Justizpalastbrand

Im Jahr 1927 entlädt sich der aufgestaute Hass in einem schrecklichen Ereignis: In Schattendorf, einem kleinen Ort im Burgenland waren Heimwehr und Schutzbund wieder einmal aneinander geraten. Mitglieder der Heimwehr feuerten auf den Schutzbund und erschossen einen Mann und ein Kind. Im Gerichtsprozess wurden die Täter aber unverständlicherweise freigesprochen. Nach den Freisprüchen im Schattendorf-Prozess demonstrierten am 15. Juli 1927 Wiener ArbeiterInnen vor dem Justizpalast gegen das ungerechte Urteil und setzten das Gebäude in Brand. Die Polizei eröffnete das Feuer auf die DemonstrantInnen und tötete 85 Menschen. Der Hass zwischen den politischen Gruppen in Österreich wuchs dadurch enorm.
Urheberrechte:
Bild: USHMM in Anfrage, Foto: Justizpalast ÖNB (Copyright in Anfrage)
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