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In 3 Schritten an die Macht - Die Machtergreifung

Je weiter wir uns zeitlich von der Zeit des Nationalsozialismus entfernen, umso mehr fragen wir uns, wie es Hitler schaffen konnte, an die Macht zu kommen und den Zweiten Weltkrieg zu entfesseln. Deutschland war eine Demokratie mit einem gewählten Parlament und ein Rechtsstaat, in dem unabhängige Gerichten die Einhaltung der Gesetze überwachten, die man beschlossen hatte. Hitler schaffte es mit seiner NSDAP, diesen Staat zu zerstören und ihm seinen Willen aufzuzwingen.

Schritt 1: Man gewinnt die Wahlen.

Die hohe Arbeitslosigkeit der Nachkriegszeit und die daraus resultierende Armut ließ viele Deutsche verzweifeln. Die NSDAP, die durch ihre brutalen Straßenschlachten in ganz Deutschland bekannt geworden war, hatte ein einfaches Rezept zur Linderung der Not: Wenn man alle Menschen, die nicht wie die Nationalsozialisten denken, vertreibt, dann würde es Deutschland wieder besser gehen. Das war zwar kein sehr logisches Argument, aber viele Menschen glaubten daran. Und so wählten immer mehr Menschen Hitler, weil ihnen das Geld wichtiger war als Friede und Freiheit. 1932 wurde die NSDAP stärkste Partei in Deutschland und Hitler Reichskanzler.

Schritt 2: Man schafft die Wahlen ab.

Einen Monat nachdem Hitler im Jänner 1933 Reichskanzler geworden war, begann plötzlich das deutsche Parlament (der Reichstag) zu brennen. Hitler gab sofort den Kommunisten die Schuld daran und verbot die Kommunistische Partei Deutschlands. Sicherheitshalber verbot er auch die Sozialdemokratische Partei Deutschlands und zwang auch alle anderen Parteien sich aufzulösen. Von da an war die NSDAP die einzige Partei in Deutschland.

Schritt 3: Man tötet alle Gegner.

Hitlers Gestapo (Geheime Staatspolizei) versuchte alle Menschen auszuforschen, die anders dachten als die Nationalsozialisten. Da dies aber sehr viele Menschen waren, ließ Hitler kurz nachdem er an die Macht gekommen war, in ganz Deutschland Konzentrationslager (KZ) für die Gegner der Nationalsozialisten bauen. Wer nicht rechtzeitig fliehen konnte, wurde verhaftet und in ein KZ verschleppt. Über Nacht verschwanden dort KommunistInnen, SozialdemokratInnen, JüdInnen und viele andere Menschen, die den Nationalsozialisten aus verschiedenen Gründen unsympathisch waren. Bis zu Kriegsende waren Millionen Menschen in KZs verschwunden. Die meisten wurden dort ermordet.

Der Preis des Wohlstandes

Viele Menschen hatten Hitler gewählt, weil er ihnen Arbeitsplätze und eine bessere Wirtschaft versprochen hatte. Doch Hitler hatte eigentlich ganz andere Pläne. Er träumte von der Ermordung der Juden und gigantischen deutschen Kolonien in Osteuropa. Um dies zu erreichen, begannen die Nationalsozialisten die Armee aufzurüsten. Dadurch fanden viele Menschen in der Rüstungsindustrie Arbeit und auch die Firmen hatten wieder Aufträge, indem sie Waffen und Kriegsmaterial produzierten. Viele Menschen waren Hitler für diesen Wirtschaftsaufschwung dankbar. Leider sahen viel zu wenige, welche Ziele die Nationalsozialisten damit wirklich bezweckten.

Im Zweiten Weltkrieg mussten die Deutschen dann die Rechnung für den kurzen wirtschaftlichen Aufschwung bezahlen: 8 Millionen Deutsche starben als Soldaten an der Front oder bei den schrecklichen Bombenangriffen der Alliierten. Noch viel größer war aber das Leid, das Hitler-Deutschland über die anderen Völker brachte. Schätzungsweise 50 Millionen Menschen verloren im 2. Weltkrieg ihr Leben. Österreicher und Deutsche sollten heute noch die Verantwortung dafür tragen, dass so etwas nie wieder passiert.
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